GESCHRIEBENE CHRONIK

Geschriebene Chronik 1995

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CHROMK FUER DAS JAHR 1995

„Wer nicht weiss wohin er will, landet leicht dort wohin er nicht wollte“
Die Rheintaler Wirtschaft startete auf Grund einer Umfrase recht ootimistisch i
neue Jahr.
Laut Konjunkturtest der Sparkassen waren 60lo der Betriebe eher zufrieden,
zufrieden und 16% mässig zufüeden. Der vorsichtige Optimismus ist
auf der besseren Ertragslage.Beim Maschinenbau, Holz-und Papier sowie
Baugewerbe wird ein weiterer Aufschwung erwartet.
Das Jahr begann recht sttirmisch in Europa! Während wir mit winterlich
Wetter gut bedient waren, war es Ende Januar zu warm für die
Heftige Unwetter in Westeuropa verursachten in Holland schwere
schwemmungen. Nach einem Wetterumsturz zog ein Sturm über unsere
mit Gewitter und einem Temperatursturz um 10o. Über dem Bodensee
Windgeschwindigkeiten von 131 km Std. gemessen.
Andere Wellen warf immer noch das Flugzeugunglück vom Januar 94.
Bergungskosten von 2 Mio. Mark wollte niemand zahlen. Ebenfalls als Folge
Unglücks wurden die Zollkontrollen auf dem Flugplatz Altenrhein
Die Polizei berichtete über eine massive Zunahme von
Ausweisftilschungen und Schmuggel von Luxusgütem an allen
gängen.
Die deutschen Gemeinden äusserten sich besorst über Gefahren der T
quelle Bodensee. Die Rohölpipline der Südpetrol stellt eine dauemde Gefahr ftir
das grösste Trinkwasser-becken Europas dar. Die umliegenden L?inder
eine Vergrösserung des Sicherheits-potentials. Eine Zeitbombe ist ebenfalls der
synthetische Stoff EDTA. Das Mittel stammt aus Waschmitteln und Schampoos
und gefiihrdet das Wachstum gesunder Algen.
Das markante Schloss Risegg wird nach mehreren
konkursamtlich versteigert. Die Schätzung des Konkursamtes beläuft sich auf 2,
Mio. Franken.
Die neu eingeführte MWST verursacht eine momentane Teuerung, die vor
im Gastgewerbe zu spüren ist. Die Preise wurden um durchschnittlich 8%
der Service blieb vielerorts lausis.
In unserem Dorf hielt der Tod im Januar ungewohnt häufig Einzug. Mit
Wiedman, Hermann Gebert, Josef Forster, Johann Dombierer und Robert
verlor Buchen innert kürzester Zeit mehrere Menschen die das Dorf prägten,
eine spürbare Lücke hinterliessen.
Der Regierungsrat des Kantons St. Gallen überprüfte die Hafengebtihren
fand, sie ständen in keinem Verhältnis zur Wirtschaftlichkeit. Die
Gebtihr liegt bei Fr. 8000.-, der Grossteil zwischen 1-5000.- Fr. und einige
bezahlen zwischen 250.-bis 1000.-Fr. Die neuen Kosten werden bei
Emeuerung der Konzession angepasst.
Die Firma Wurster im Fuchsloch meldet grosse Aufuäge im ehemaligen
Ostdeutschland. Das vom Firmeninhaber entwickelte Verfahren zur Nachbildung
von Natursteinen hat sich bew?ihrt bei nicht hochklassischen Bauten. Der
Compac-Stein zeichnet sich aus durch hohe statische Belastbarkeit, bessere
Widerstandsfühigkeit gegen Umwelteinflüsse und einen tieferen Preis.
Ein Versuchsauftrag brachte eine Reihe von Aufträgen in Thüringen und Sachsen
und eine Zweigniederlassung in Chemnitz wird derzeit geprüft.
Das BAZL teilt mit, dass die L:irmschutzwerte in Altenrhein eingehalten werden.
Innerhalb des Lärmkatasters wurden keine Überschreitungen registriert. Falls
menschliche Ohren dies anders empfunden haben, haben sie sich geirrt.
Staad und Buchen zählen im Februar zusammen2636 Einwohner und sind damit
zum stärksten Ortsteil der Gemeinde geworden. Diese Mitteilung starnrnt zwar
aus dem Gemeindehaus, dürfte aber in Thal nicht bekannt sein!
Während die Tamoil-Tankstelle beim Kreisel eröfhret wurde, läuft das
Baugesuch ftir eine Migroltankstelle in Staad. Staad wird also emeut das Dorf
der Zapfsäulen.
Die Firma Schindler will von ihrem Firmengelände 20’000 m2 Land verkaufen.
Der Mitarbeiterstand soll von 470 auf400 abgebaut werden. Die Produktion von
Serien wird nach Pratteln verlegt, Altenrhein spezialisiert sich auf
Extraanfertigungen, Ersatzteile und Reparaturen. Für viele langiährige Arbeiter
ein schwer verdaulicher Entscheid!
Ab 1. März trat in unserer Gemeinde das neue Grünkonzept in Kraft. Anstelle
der Grünmulden wurden in der Gemeinde 3 Plätze mit Anahmezeiten erstellt.
Erstens will man die Kosten in Griff bekommen und zweitens die Abfallmenge
reduzieren und die eigene Kompostierung fürdem.
Die Aufbereitung des Kompostes übernahmen 8 Landwirte mit der sogenannten
Feldrandkompostierung. Die Gemeinde schloss sich mit dem übrigen Kehricht
dem Abfallkonzept der Region Rorschach-St. Gallen an.
Die Bezirksammannwahlen brachten eine Übenaschung. Mit grossem Mehr
wurde die Staader Juristin Jolanda Dörig als neue Bezirksammännin gewfilt. Sie
verwies den männlichen Kandidaten der FDP auf Platz zwei_
Im Altenrhein landeten zum letzten Mal 2 Hunter der Schweizeramee die
endgültig einen Platz im neuen Fliegermuseum finden sollen. Neben Venom,
Vampir und Mustang sollen sie erinnem an 50 Jahre Militärllugzeugwarhurgen
in Altenrhein.
Im Zusammenhang mit einem Faulanlagenkomplex in dem Klärschlamm
pasteurisiert wird beklagten sich die Altenrheiner immer wieder über
Geruchsbelästigungen. Die ARA versucht mit einem Biofilter die stinkenden
Gase die entstehen zu neutralisieren. Es ist aber eine Tatsache, unser eigener
Dreck macht sich bemerkbar.
Der frühlingshaft warme März mit Temperaturen bis 20o wurde durch einen
Kälteeinbruch vor Ostem wieder gebremst.
Das Haus an der Hauptstrasse 40a in Staad brannte total aus. In den frühen
Morgenstunden detonierte ein Sprengsatz, der selbst die Schreiberin im Bützel
aus den Fedem jagte. Die rasch alarmierte Feuerwehr, konnte nur ein
Übergreifen auf die umliegenden Häuser verhindem. Es wurden vermutlich
Brandbeschleuniger eingesetzt im Wissen dass niemand anwesend war. Im Haus
befand sich ein weitherum bekannter Massagesalon, der nun dem Milieukampf
zum Opfer fiel. Ein sexueller Notstand in unserer Gemeinde ist nicht zu
beftirchten, das Geschäft konnte neu an der Hauptstrasse untergebracht werden.
Etwas Unruhe in den Landspitälern verursachte die Spitalplanung der Regi
Man möchte aus Kostengründen einige kleine Spitäler schliessen. Rorschach
aber bleiben mit ca. 104 Akutbetten. Es wird sich auf die
beschränken.
Im Ochsen Thal brachte das Dorftheater Staad wieder ein erfo
Bühnenstück zur Auf-führung. Die neu erfundene Junggesellensteuer lockte vie
Besucher an.
Die Gemeindesteuem wurden hingegen um 5olo gesenkt an der
gemeinde der politischen Gemeinde. Rechnung und Budget wurden
genehmigt.
Die Eisheiligen machten ihrem Namen alle Ehre. Es war eisig kalt, es wurden
tießten Werte des Jahrhunderts gemessen. Nochmals fiel Schnee bis 700m
auch bei uns fiel Schneeregen.
Da begeisterte das Frühlingskonzert des Orchestervereins Goldach
doppelt, in der geheiaen Kirche Buchen.
Das sommerliche Wetter an Auffahrt liess die vielen Niederschläse wi
vergessen. Der Pegelstand des Bodensees in Rorschach lag bei 403m über
Der Hochwasserstand wurde nur knapp nicht eneicht.
Der Gemeinderat Thal lancierte einen Ideenwettbewerb zur
Architekten und Lanschaftsplaner sollten sich Gedanken machen zur bauli
Entwicklung in Staad. Die Preis-summe betrug 90 000.-Fr.
Der Innenausbau der Doppeltumhalle Buchen schritt planmässig voran.
Btirlochenbach fliesst nun offen zwischen Tumhalle und Strasse. Der
des Baches sollte auch kommenden Hochwassem standhalten.
Regenschauer liessen in Rorschacherberg das Eschlenbächlein anschwellen
im Nu waren der neue Rathauskeller und die Post unter Wasser. Als Folge
Überbauungen kommt immer mehr Platzwasser in immer kürzerer
zusammen.
Die Heuemte konnte unter optimalen Bedingungen eingebracht
Ebenfalls ging die Badesaison los. Der Sommer hielt Einzug am See.
Jolanda Dörig übemahm auf den 1. Juni ihr Amt, Ines Guntli wurde
Präsidentin des Beziksschulrates Untenheintal. Frauenpower also auch bei uns
der Provinz!
In St. Gallen wurde der neue Bischof Ivo Fürer in sein Amt eingesetzt. In
gab Bischof Vogel seinen Rücktritt bekannt, weil seine Freundin ein
erwartete. Freud und Leid liegen auch in der Kirche nah zusammen.
Im Juni trat das neue Wasserreglement der Gemeinde in Kraft. Das kostbare
wird teurer.
Der Kanton bewilligte einen Beitrag an den Schilfschutzzaun der nun
wird.
Die Einweihrurg der Tumhalle Buchen wurde bei schönstem Wetter
Volksfest. Viele Vereine leisteten Fronarbeit und konnten sich freuen über
gelungene Fest. Unter dem Motto Sport Spiel und Spass fanden W
Plauschspiele und Feier statt. Der Erlös des Festes ging an Vereine und
Konto
„mobile
Bühne.“ Pünktlich zur Einweihung konnten Tische
Geschin und Btihneneinrichtung angeschafft werden.
Die Tumhalle entstand in nur 15 monatiger Bauzeit und kostete 7,3
Franken.
Am selben Wochenende wurde auch das neue Oberstufenschulhaus in Thal
feierlich eingeweiht.
In der heissumstrittenen Abstimmung um die 10. AHV Revision entschieden die
Schweizer mit 60,7% Ja ftir eine Heraufsetzung des AHV Alters der Frauen um I
Jahr, und erhielten daftir das Rentensplitting und Kostengutschrift ftir Erziehung.
Die Lebenserwartung der Frauen liegt bei den Frauen in der Schweiz bei 8l
Jahren, bei den Männem bei74 lafuen
Die Textilindustrie berichtet über Rekordeinbrüche in ihren Aufträgen. Den
starken Franken spürt auch die Tourismusbranche, hinzu kommt die MWST und
ftir verschiedene Betriebe wächst die Europaabhängigkeit. Konkurse bei
Raichle,und Kunz, Finanzschwierigkeiten bei Swissair, Migros östeneich oder
Artisana Krankenkasse. Die Bauem jammem längst nicht mehr am lautesten!
In Paris wird mit unsinnigen Bombenanschlägen gegen die französischen
Atomversuche protestiert, und in Ex-Jugoslawien fallen die Städte Bihac und
Srebrenica trotz Unointervention in die Hände der Serben. Eine Massenflucht
macht widerum l0’000ende Menschen obdachlos.
Die Firma Bärlocher reicht die Pläne ein zur Steinbrucherweiterung der nächsten
Jahre. Es sollen 186’000m3 Sandstein abgebaut werden. Davon brauchbar sind
cirka 100’000m3. Der Rest wird zu Instandstellung des alten Abbruchgeländes
verwendet. Rorschacher Sandstein ist immer noch beliebter Baustein.
Die 1 . Augustfeier fand bei schönem Wetter in Thal statt. Die K?iserei Niederer
eröffnet nach nach einer kurzen Umbauphase ihren neuen Familienbetrieb. Die
Milch aus der Region wird zu Käse und Pastmilch verarbeitet und auch hier
verkauft. Nur kurze Wege sind ökologisch sinnvoll.
Bundesrat Stich kündigt ebenso verfrliht seinen Rücktritt an wie unser
Gemeinderat Willhelm Fürer. Zwei unbequeme Zeitgenossen treten zurück auf
Ende Jahr.
Ein frühzeitiger Wintereinbruch bringt viele Tiere auf den Alpen und deren
Betreuer in arge Bedrängnis. Der Schnee blieb ungewohnt lange liegen und auch
bei uns musste geheizt werden.
Auch der September fiel ungewohnt kalt aus mit einem Durchschnitt von 12,7o.
Die Blattverftirbung begann eine Woche früher als im Mittel der Jahre.
Die Feldschützengesellschaft Thal feierte ihr l50Jahr-Jubiläum mit einem
Jubiläumsschiessen und einem Festakt. Die Freischützen Staad holten sich in
ihrer Kategorie am eidgenössischen Schützenfest in Thun einen
Goldlorbeerkranz.
Die Weinbaugesellschaft Thal ftihrte im Hotel Weissen Rössli ein Wykolleg
durch, das von 100 Teilnehmem besucht wurde. Dabei wurden auch die beiden
Goldmedaillen-Weine vorgestellt, die Spätlese
„Tante
Hedy Wy“ und der
Gewi.irzhaminer.
Die Schiffahrtsbetriebe zogen eine magere Bilanz des Sommers. Die
Passagierzahlen lagen ca. auf dem Niveau des letzten Jahres, der Fährverkehr
ging etwas zurück.
In Staad wurden die Mehrfamilienhäuser am Blattenweg 6b und 6c
konkursamtlich versteigert. Für 5 Mio. gingen sie an zwei private Käufer, die
Mieter können vorläufig bleiben.
Die Geräteriege Staad führt einen Sponsorenlauf durch zw Finanzierung ihrer
isen Sektion.
Die Weinemte fdllt wegen der vielen Nebel- und Regentagen im September nicht
so gut wie in den letzten Jahren aus. Die Obstemte liegt etwa im Mittel.
Das Projekt Ochsensanierung Thal füllt als letztes Projekt des Saalkozeptes bei
der Abstimmung durch. Der Sparwille der Bevölkenurg überwog trotz massiver
Werbung der Vereine.
Der Staader Walter Wi.irzer wird als neuer Gemeinderat gewählt, Andreas
Betschart vom Loch wird neuer Sekundarschulpräsident.
Das Resultat des Seeuferwettbewerbs wurde öffentlich aufgelegt. Sieger war das
Projekt
„Seestadt“
von Alfred Imhof und Bemhard Roth. Das Projekt geht zur
Weiterbearbeitung zurück,eine Realisation ist nur in Etappen möglich.
Trotz päziser Wettervorhersage wurden die Automobilisten
überrascht. Durch nicht angepasste Pneus und Fahrweise
geführliche Rutschpartie auf den Strassen.
vom Schnee
enstand eine
Zum Naturschutzjahr 95 pflanden Schulklassen aus Buchen über 400
einheimische Sträucher bei den Sportanlagen im Bützel. Der Grünplatz in der
Nähe wird die rasch anfallenden Stauden wieder professionell verwerten.
Erboste Bauern auch aus unserer Region blockierten die Migroszentralen um
gegen den Preiszerfall beim Schlachwieh zu protestieren.
Migrol eröffnet in Staad die neue Tankstelle mit Einkaufshop. Der Kunden-
Kuchen muss noch kleiner aufgeteilt werden.
Schindler entwickelt Entgleisungssensoren für Tankwagen, die Alarmsigrale zur
Lokomotive senden werden.
In Staad brach im neuen Kindergarten ein Brand aus, der die eine Hälfte schwer
beschädigte. Die Feuerwehr konnte ein Ausbreiten auf das ganze Gebäude
verhindem. Trotzdem ist der Sachschaden hoch. Die Brandursache steht noch
nicht fest, die Klasse konnte im Schulhaus Risegg untergebracht werden.
Der Zürcher Moritz Leuenberger wurde anm neuen Bundesrat gewählt, Kurt
Koch wird neuer Bischof von Basel.
In Dalton USA wird am Verhandlungstisch ein Friedensabkommen ftir
Jugoslawien erstellt, das alle Parteien zur Zusammenarbeit zwingt. Ob der Friede
hält wird die Zukunft zeigen.
Rechzeitig auf die Festtage hin, stellt der Winzer Christian Herzog seinen
eigenen Buechberger Schaumwein vor. Immer mehr werden Marktlücken durch
einheimische Produkte geff.illt.
Auf Weihnachten lässt auch Frau Holle etwas schneien, was dem eher flauen
Umsatz wenigstens etwas auf die Sprünge hilft. Kalt und winterlich ruhig machte
das alte Jahr dem neuen Platz.
Es wächst viel Brot in der Winternacht,
weil unter dem Schnee frisch grünet die Saat,
erst wenn imlenze die Sonne lacht,
spürst du, was gutes der Winter tat.
Und deucht die Welt dir öd und leer
und sind die Tage dir rauh und schwer,
sei still und habe des Wandels acht:
es wächst viel Brot in der Winternacht.
Friedrich Wilhelm Weber
Choronistin: Esther Tobler- Tanner

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2019-03-06T08:41:14+02:00