GESCHRIEBENE CHRONIK

Geschriebene Chronik 2002

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Schützen-stand
Einheits-gemeinde
Neuer
Werkhof
Thaler-slrasse
Chronik des Jalres 2002
Eine Chronik schreibt nur derjenige, dem die Gegenwart wichtig ist
Johann Wolfang von Goethe (l749 –
1832)
im Vorjahr der Schiessbetrieb auf dem Bützel eingestellt worden war
sich die Stimmbürger im Dezember 2001 gegen einen Einkauf in die Schiess-anlage
Witen, Goldach, ausgesprochen hatten, starteten die Schützen eine Bürger-initiative
für den Bau einer eigenen Schiessanlage. Ihr Projekt sah einen neuen
Schützenstand im Gebiet Knotteren vor. Die Initiative wurde im Februar ange-meldet
und kam rasch zu Stande. Die Zeit bis zur Abstimmung im September war
geprägt von emotionalen Diskussionen und Leserbriefen, welche sich entweder für
die Schützen stark machten oder aber der ganzen Sache nichts Positives abgewin-nen
konnten. Da 750 Personen die Injtiative unterzeichnet hatter! schaute man der
Abstimmung mit einer gewissen Spannung entgegen, Um so verblüffender dann
das Resultat: 80% der Thaler Stimmbürger erteilten der Initiative eine Abfuhr und
nur 388 Ja-Stimmen gingen ein. Es {iagt sich, wo die übrigen 362 Stimmen
geblieben sind, welche zur Initiative Ja gesagt hatten. Auch wenn die Chronistin
auf diese Frage keine Antwort geben kann, so kann sie wenigstens mit Sicherheit
sagen, dass aufgrund der gescheiterten Initiative das Schiesswesen in Staad der
Vergangenheit angehört und die örtlichen Schützenvereine künftig auswärts ihrem
Hobby nachgehen.
Fast so sicher wie das Ende des Schiesswesens sind auch das Ende der Primar-schulgemeinde
Thal-Staad, der Primarschulgemeinde Altenrhein und der Oberstu-fenschulgerneinde
Thal im Jahre 2005. Im aktuellen Jahr wurde nämlich ein gros-ser
Schritt zur Verwirklichung einer Einhcitsgemeinde gemacht, welche im Jahre
2005 umgesetzt werden soll. Dann vereinen sich die drei Schulgemeinden und die
politische Gemeinde. Die verschiedenen Räte und auch die Parteien sind dieser
Idee gegenüber positiv gestimmt und auch seitens der Bevölkerung regt sich we-niq
Widerstand. Im Herbst 02 wurden Informationsveranstaltungen
und im November stellte unser Gemeindepräsident, RÖbi Raths, an einer ausseror
dentlichen Versammlung die folgenschwere Frage: ,Sind Sie damit ei
dass der Gemeinderat Thal mit der Ausarbeitung einer neuen
beauftragt wird, welche die Organisationsform der Einheitsgemeinde beinhaltet?
Die befürwortenden Stimmen wären deutlich in der Uberzahl. Der Zug in Rich
tung Einheitsgemeinde scheint damit abgefahren zu sein und nicht mehr zu |
sen. Einzig an der Opposition in Altenrhein kÖnnte das Projekt noch scheitern
Am 2. Juni saglen die Thaler Stimmbürger Ja zu einem neuen Werkhof. Es wur
de dem Kauf und Umbau der Kibag-Liegenschaft beim Speck in Staad
stimmt. Damit erhält das Bauamt einen grosszügigen Werkhof, für dessen
und Umbau insgesamt 2.4 Mio. Franken investiert werden Das Bauamt wird da
durch verschiedene Provisorien los und kann künftig seine Aufgabe zentral wahr
nehmen. Auch wird dadurch ein kleiner Teil der Gemeindeverwaltung von
über den Pass nach Staad übersiedelt, was wir Staader gerne zur Kenntnis nehmen‘
Überhaupt zeigen sich die Behörden derzeit sehr aktiv, wenn es darum geht‘
Projekte und Bauten anzugehen. So wurde im Jahre 2002 det Ausbau der
lerrtrasse abgeschlossen, welche zwischen dem Bahnhof und der evangelischl
Kirche komplett emeuert wurde. Auf der viel begangenen Strecke besteht nun ein
g
@
und die Strasse ist aneenehm breit. Gleichzeitis wurden die Wasserleitun-gen
erneuert und verschiedene hübsch anzusehende, aber auch recht teure
Sandsteinmauem errichtet.
Eine weitere Etappe der Seeufergcstaltung konnte im Frühjahr 2002 abgeschlos-sen
werden. Nachdem vor einem Jahr als erster Schritt das Gebiet beim Speck
erschlossen wurde, konnte im Juni 02 als zweite Etappe die Zone zwischen See-graben
und Industrie Altenrhein renaturiert und ökologisch aufgewertet werden.
Ein asphaltierter Radweg ermöglicht dem Velofahrer eine willkommene Alterna-tive
zur Hauptstrasse und für die Fussgänger wurde ein schöner Gehweg auf dem
Damm erstellt. Schade, dass dieser Pfad ant Zert beim Industrieareal Altenrhein
abrupt endet. Dort wiegt leider privates höher als öffentliches Interesse an einem
durchgängigen Seewanderweg. Die durchgängige Verbindung dem See entlang
vom Speck bis zum Marina-Hafen in Altenrhein bleibt deshalb noch ein Wunsch-traum
und dadurch wirkt leider die ganze Seeufergestaltung irgendwie nicht ganz
befriedigend. Es bleibt zu hoffen, dass es auch in unserer Gerneinde gelin$, was
andernorts möglich ist. Nämlich das Seeufer als offentliche Naherholungszone
zugänglich zu machen und mit schönen Gehwegen durchgängig zu erschliessen.
Im Oktober 2002 wurde die Planauflage für einen Radweg neben dem Bahndamm
vom Gebiet Stadeliwies bis zur Thalerstrasse publiziert. Staad soll ftir Velofahner
attraktiver und sicherer gemacht werden. Fernziel ist es, den Strom der überwie-gend
deutschen Radfahrer auf dem Bodenseeradweg via Altenrhein-Staad dem
See entlang zu führen und nicht mehr über den Bützel und die Risegg zu schleu-sar,
wo diese ohnehin manchmal nicht mehr wissen, wo sie sich befinden und ob
sie den See nun für immer aus den Augen verloren haben.
Weitere Projekte gibt es oder eben nicht mehr. So ist im Jahr 2O02 det Taum vom
grossen Rorschacher ,Swiss Marina‘ gestorben. Das Mammutprojek sah vor,
einen gigantischen Kongress-, Freizeit- und Hotelkomplex zu erstellen. Nachdem
die Idee hohe Wellen geworfen hatte, zogen sich die ausländischen Investoren im
Mai abrupt zurück, Wünschenswert wäre, mit sinnvollen und auf unsere Verhält-nisse
angepassten Projekten neue Impulse zu erhalten. Auf grössenwahnsinnige
Ideen wie Swiss Marina kann aber ktinftig verzichtet werden
Realistischer als Swiss Marina ist das Projekt der Endgestaltung dcs Alten
Rheins. Dazu wurde im August 02 eine öffentliche Planauflage mit U\? be-kanntgegeben.
Bei dem 25 Millionen teuren Grossprojekt geht es darum, innert l0
Jaken den Fluss besser in den Bodensee eirzuleiten, Verlandungen entgegenan-wirken,
dabei den Uferbereich ökologisch aufzuwerten und gleichzeitig den
Hochwasserschutz zu verbessem. Unmut löst das Projekt bei Bootsbesitzern aus.
Entlang des Alten Rheins sollen rund 200 Bootsplätze aufgehoben und an eine
neue Hafenanlage im Mündungsgebiet des Alten Rheins verschoben werden. Die-se
Liegeplätze dürften dann wesentlich teurer werden.
Projektiert ist auch eine grosse Wohnüberbauung anstelle des Spczialbeton-
Betriebs. Auf dem 18’000 m’grossen Areal zwischen Hauptstrasse und See sollen
mehrere Wohn- und Geschäftsbauten entstehen. Die bevorzugte Lage am See
frihrte zu einer regen Nachfrage von möglichen Interessenten. Es bleibt zu hoffen,
dass die Wohnbauten bald dort anstelle der hässlichen Überreste des in den sech-ziger
Jahren errichteten Spezialbetonbetriebs stehen.
Ideen fur eine Überbauung bestehen auch für die Wiese zwischen der Verzwei-gung
Thalerstrasse-Wilenstrasse und dem Schloss Risegg, Die Gautschi AG,
Seeufer-gestaltung
Bestehende
und
gestorbene
Projekte
Schul-betrieb
Abgänge
und
Zuzüge
Der kleine
Tag
St.Margrethen als Besitzerin will dieses als Bauland erschlossene Gebiet mit Ein-famlienhäusern
überbauen, weshalb ein Baulinienplan aufgelegt wurde.
Angepackt wurde auch ein Erweiterungsbau des Oberstufenzentrums Thal, fi.ir
den die Stimmbürger einen 1.45 Mio. teuren Kredit bewilliS hatten. Der 19’7 4 er-stellte
Nordtrakt wird aufgestockt und zusätzlicher Schulraum geschaffen.
Nebentöne waren 2002 aus dem Primarschulrat zu hören. So ktindigte die
langlährige Schulsekretärin, Irene Heller, ihre Stelle und zwei Schulräte, Guido
Kast und Manuela Hutter, gaben iken Rücktritt. Eine Reorganisation innerhalb
des Schulrates führte im Sommer zu einer offentlichen Debatte, wobei unklar
blieb, ob das vom Schulrat eingesetzte Ressortsystem nun eine gute oder schlechte
Sache sei und ob die Demissionen damit in Zusammenhang stehen. Aufjeden Fall
wurde das Schulsekretariat neu besetzt und Peter Laux und Thomas Schob als
neue Schulräte gewählt. Vor den Wahlen im November sorglen anonyme
Flugblatter, welche die Arbeit des bisherigen Schulrats schlecht machten, fur Auf-sehen.
Da sich deren Urheber nie öffentlich zu Erkennen gaben und sich versteckt
hielten, lohnt es sich kaum, im Rahmen der Chronik weiter darauf einzugehen.
Die Altenrheiner Schule erhielt einen grosszügigen Allwetterplatz mit Spielplatz
und unterstrich damit, dass sie fest an eine Zukunft ihrer Schule auch unter dem
künftigen Dach einer möglichen Einheitsgemeinde glaubt.
Bewegung beim Schulpersonal. Nach mehr als 40 Jahren Lehrertätigkeit gingen
die beiden Primarschullehrer Albert Ilutter und Peter Schweizer im Sommer
gemeinsam in Pension. ln einem Zeitungsinterview bezeichneten sich die beiden
Frühpensionäre als Auslaufmodell, denn heutzutage wird wohl niemand mehr fürs
ganze Leben Lehrer, und schon gar nicht am gleichen Ort. ,Rückblickend
haben
wir es gut gemacht‘, so die beiden Lehrer als Fazit ihrer Lehrertätigkeit. Diesem
Urteil gibt es nichts beizufügen.
Thal erhielt mit Peter Maier einen neuen katholischen Pfarrer, wobei auch diese
Wahl nicht ganz von Nebentönen verschont blieb. Vielen ist der neue Geistliche
zu konservativ. Gegangen hingegen ist Bruno Kuhn als Ortsgemeindepräsident in
Thal. 34 Jahre war er Mitglied des Ortsbürgerrates und wäre es wohJ noch länger
geblieben, doch schliesst sein neuer Wohnsitz im Rorschacherberg dies aus.
Auch wenn die Geschichte den Titel ,Der kleine Tag‘ trägt, so war das von allen
250 Primarschülern im April vorgetragene Musical eine ganz grosse Sache. Die
Schüler verwandelten die Sporthalle Bützel in ein Musicaltheater, gestalteten Ku-lisse
und Utensilien selbst und stellten sämtliche Schauspieler, Sänger und Erzlih-ler.
Vorab mussten die Kinder in der Schule viel Arbeit leisten, aktiv mitgestalten
und mitorganisieren. Was so entstand, war eine eindrückliche Gemeinschaftsleis-tung
mit bleibendem Eindruck fur die Zuschauer, die Lehrer und Betreuer sowie
fur die Kinder selbst. Die heiter-besinnliche Geschichte vom kleinen Tag ver-mochte
zu begeistem und fullte an vier Vorstellungen die ganze Halle. Schüler
trrtd Lehrer waren am Ende sichtlich stolz auf das Erreichte und konnten stehende
Ovationen des Publikums entgegennehmen.
Im Sommer konnten alle Schulklassen als Abschluss des Projekts aus dem Erlös
eine Schiffsreise ins ,Seal-ife‘ nach Konstanz machen. Etwas ungewöhnlich kam
es dem Betrachter vor, als das grosse Kursschiff .MS St.Gallen‘ Kurs auf den
Staader Kieshafen nahm und dort anleste.
H
mehr sehr aktiv zeigte sich die Geräteriege Staad. Im März waren
Jugendliche am 4. Staader Cup im Bützel dabei. Im weiteren Jahresverlauf feier
ten die Gesamtriege und verschiedene Einzelturnerinnen schöne Erfolge an
nalen und nationalen Meisterschaften, so auch am eidgenössischen Tumfest
Basel.
Weniger gut lief es den fussballspielenden Damen des FC Staad. Sie stiegen
Sommer nach einem Jahr aus der Nationalliga A ab. Innert vier Jahren war
Damenmannschaft von der 2. Liga in die höchste Spielklasse durchmarschiert.
Nationalliga A war dann aber eine Nummer zu gross. Alle Spiele gingen verloren.
Die erste Herren-Mannschaft hielt sich in der dritten Liga sehr gut und konnte
dem ersten Platz der Tabelle überwintern. Es werden berechtigte Hoftrungen
das Erreichen der Aufstiegsspiele gehegt. Der Schwung soll auch dazu beitragen,
dass ein Allwetterplatz zwischen dem Bützelbach und der Gärtnerei Adler
werden kann. Ein Projektteam ist eingesetzt, welches sich zum Ziel gesetzt
das Geld für das über eine Million Franken teure Vorhaben zu sammeln.
Im April konnte der Lauftreff Bützel sein zehnjähriges Bestehen feiern.
Laußportbegeisterte treffen sich hier mit Gleichgesinnten. Im Juli konnte der
Modellflieger Hansjakob Bärlocher eine Bronzemedaille von den Modellflug-
Weltmeisterschaften nach Hause bringen, wogegen es im August um den
schnellsten Staader ging, welcher bereits zum 22. Mal gekürt wurde und dem
sich 167 Schüler stellten. Tapetenwechsel war beim Tennisclub angesagt, der sein
altes Clubhaus abriss und ein neues erstellen liess.
Am 1. August übernahmen Christine und Patrik Iseli den , Steinige Tisch‘.
,Adler‘ an der Hauptstrasse wurde ,griechisch’und startete einen erneuten Ver-such,
sich in der hiesigen Gastronomielandschaft zu etablieren. Der Pächter
,Löwen‘ überschlug sich mit dem Besitzer und der Betrieb wurde Ende Jahr
schlossen und anfangs 2O03 gar veräuss€rt. Seit Oktober geschlossen ist der Spar
Markt Buechen. Der Ortsteil ist seither ohne Dorfladen.
Gut in der Beizenlandschaft etabliert hat sich das Restaurant im Hundertwasser
haus. Schleppend hingegen entwickelt sich die ldee vom Bauernmarkl in
Markthalle. Der Markt bekommt trotz des speziellen Ambientes zu weniq Besu
cherzusDruch. Jedenfalls mussten die Marktzeiten schon verki.lrzt werden und
Konkurrenz, die ebenfalls Frischprodukte guter Qualität anbietet, scheint zu
zu sein. Immerhin sind die verschiedenen Ausstelluneen und Anlässe im
dertwasserhaus ein Erfolg und im Januar 2002 fanden gar Bundesrätin Ruth Metz
ler zusammen mit dem österreichischen Innenminister den Weq in die Markthalle.
Im Mai veräusserte die Schneider Aquatec AG ihre Spenglerei-Abteilung an
Müggler + Co. in Thal. Die Schneider Aquatec will sich voll auf die
Schwimmbadtechnik und Wasseraufbereitung konzentrieren und zeigte ihre er-folgreiche
Tätigkeit im Juni an einem Tag der offenen Türe.
Wirtschaftlich war 2002 ein schwieriges Jahr und geprägt von einer grossen Ver-unsicherung,
weil vor allem grosse, international tätige Industriebetriebe, aber
auch Banken und Versicherungen mit grossen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten.
Auch als krisenfest eingestufte Branchen wie die Lebensmittelindustrie und vor
allem die Landwirtschaft sind arg in der Krise. Der Stellenwert des Gewerbes und
der kleinen und mittleren Betriebe in der Resion wird in diesem Umfeld um so
Sportliches
Wechsel
Hundert-wasser
Wirtschaft un
Gewerbe
Flugplatz
Aktives
Dorlleben
Weltweit
wetter
bedeutender. In Staad und der Gemeinde Thal gingen in diesem Jahr glücklicher-weise
keine Arbeitsplätze im grossen Stil verloren, wie dies im Vorjahr mit der
Firma Christ AG der Fall war.
Auf dem Flugplatz Altenrhein musste am 29 Januar 2O02 eine Transportmaschi-ne
der Schweizer Armee den Start abbrechen. Dabei schoss sie über die Piste hin-aus
und kollidierte mit einem vorbeifahrenden Auto. Der Fahrzeuglenker wurde
leicht verletzt. Pilot und Flugzeugpassagiere blieben unverletzt.
Im Anschluss daran wurde die Diskussion um den Flugplatz und dessen Risiken
wieder einmal kontrovers gefuhrt. Auf dem Flugplatz selbst wurden eine neue
Ankunftshalle und eine VIP-Lounge gebaut. lm Sommer wurde bekannt, dass die
Rheintalflug als Gesellschaft verschwindet und in die Tyrolean Airways integriert
wird. Die Pilatus in Stans übemahm im August den FFA Flugzeugunterhalt.
Verschiedene Dorfoereine waren auch dieses Jahr wieder sehr aktiv. So brachte es
das Trachtenchörli im Sommer bis nach Brasilien, wo sein Gesang gut ankam. Der
Frauentreff beschenkte die evangelische Kirche mit selbst gebastelten Krippenfi-guren,
welche an Weihnachten 02 erstmals die Kirche schmückten. Für die Jugend
von Staad wird seit Herbst, gemeinsam lanciert von der katholischen und evange-lischen
Kirche, bei der Kirche Wartbüchel ein Jugendtreff angeboten.
Politisch war 2002 ein schwieriges Jahr. Nachdem im September des Vorjahres
die USA Terroranschlägen zum Opfer fielen, führte der amerikanische Präsident
George W. Bush einen harten aussenpolitischen Kurs. Er erklärte verschiedene
Länder zu seinan Gegnern in dem von ihm proklamierten Krieg gegen den Ter-ror.
Er ortete die Drahtzieher bei verschiedenen Regimes in der
Welt. Nachdem er erst Afghanistan als Quelle des Bösen geortet und
bekämpft hatte, richtete er gegen Ende des Jahres seine Aufmerksamkeit
den lrak. Wegen dieser aggressiven Politik entstand eine Kluft zwischen der west
lichen und islamischen Welt und weltweit eine Verhärtung der Fronten Die F
war eine starke Verunsicherung. Die Angst vor weiteren Terroranschlägen
kriegerischen Ereignissen war das ganze Jahr spürbar. ln lsrael machte sich
Regierung Sharon die Stimmungslage zu Nutze und unterdrückte, unterstl
durch die USA, die Palästinenser mit militärischen Mitteln. Im Gegenzug gab
in lsrael während des ganzen Jahres viele blutige Racheattentate durch die
nenser. lm Sog der politischen Wirren entstand auch auf wirtschaftlicher
eine grosse Unsicherheit. Die Weltwirtschaft und die Börsen waren auf Talfahrt.
Zweifellos war das Jahr 2002 ein bewegtes Jahr. Am meisten bewegt hat uns
aber das Wetter. Es war ein Jahr mit extremen Wetterereignissen, bei uns‘
auch weltweit. So hagelte es im Juni in Thal Hagelkörner so gross wie Eier. Di
Gebäudeschäden waren enofin und die Versicherungsgesellschaften mussten
lenautos im Akkord begutachten. Noch schlimmer kam es in der Nacht auf
1. September. Eine extreme Niederschlagszone lagerte über unserer Region. Dir
Folge waren lang anhaltende Niederschläge von einer nie gekannten Intensität
Sonst zahme Rinnsale wurden zu reissenden Bächen ln Thal traten die
über die Ufer und überfluteten Keller, Gärten und Gewerbebetriebe.
tisch war das viele Geschiebe, entstanden durch Erdrutsche und
Bäume. Die Feuerwehr stand pausenlos im Einsatz, musste sich aber darauf
schränken, den Schaden zu begrenzen. Auch im benachbarten Rheintal und ent-
der Goldach entstanden enorme Hochwasserschäden. Am schlimmsten
aber das Appenzellerland, wo in unserer Nachbargemeinde Lutzenberg bei einem
Hangrutsch gar drei Personen in einem Haus getötet wurden.
Die Schweiz wurde von vielen weiteren Unwetterereignissen heimgesucht. In an-deren
Ländern, so in Oesteneich, Tschechien und in Ostdeutschland waren die
Unwetter noch verheerender und die Auswirkungen noch katastrophaler. Auch in
Ländem Südeuropas, in Asien und in verschiedenen Südseeregionen wurden ex-treme
Wetterereignisse registriert.
2002 war das zweitwärmste Jahr seit Messbeginn 1882. Die Niederschläge er-reichten
t 24 Prozent der Norm . Das ganze Jahr war zu warm und zu nass. Es
bleibt das Rätselraten um die Gründe der Erwärmung und die Zunahme von Nie-derschlagsextremen.
Je längerje mehr setzt sich die Erkenntnis durch, dass wir
Menschen durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe die Klimaerwärmung ver-ursachen.
Extreme Wetterlagen dürften demnach zunehmen. Ob die Unwetterka-tastrophen
im Jahr 2002 wirklich der Beginn eines verheerenden ökologischen
Wandels sind, wird wohl erst in einigen Jahren in der Chronik nachzulesen sein.
Im Jahre 2002.. ..

wurde beim Friedhof Buechen eine Lautsprecheranlage installiert,
fi.ir die Gäste von Abdankunssfeiern und nicht ftir die Toten

wurde der hässliche Arena-Kreisel mit fünf Sandsteinen versehen,
die Ortsteile von Thal darstellen sollen. Ob der Kreisel dadurch
geworden ist, bleibt umstritten. Tatsache ist, dass seither kein Aut
mehr serade über den Kreisel ftihrt,
sties die Einwohnerzahl von Thal über 6’000 Personen. Für unseren
tneiid“piäridenten kein Grund zum Feiern, weil nicht sicher ist, ob wir
Marke auch halten können.
wurde am 3l . März aus der Swissair und Crossair die Swiss.
wurde am 17. Juli die Tamoil-Tankstelle überfallen. Der Täter konnte
gefasst werden. Er sprach gesprochen deutsch.
trat die Schweiz am 10. September der IJNO bei.
musste die Thaler Gemeindebehörde unterstützt durch
französische Sippe mit 40 Fahrenden aus dem Gebiet
Gemeindepräsident Raths habe eine,Riesenschweinerei‘ angetroffen.
fand von Mai bis Oktober in Biel, Neuenburg, Murten und Yverdon
Expo 02 statt.

kollidierten am l. Juli ein russisches Passagierflugzeug und ein
Frachtflugzeug über dem Bodensee bei Ueberlingen. Alle 7l Insassen star
ben.
wurde Brasilien Fussballweltmeister.
wurde am L Januar in den umliegenden Litndern der Euro eingefi.ihrt.
konnte die Altenrheiner Sängerin Paloma endlich am Grossen Preis
Volksmusik singen, nachdem sie im Vorjahr die Spielregeln missachtete
die Polizei
Rietli
…Im
übrigen ….
erhielt die Schweiz mit Kurt Wüthrich den Nobelpreis in Chemie.
wurden in Staad auf der Hauptstrasse täglich durchschnittlich 13’900 Fahr-zeuge
gezählt. Auf der Autobahn durchquerten pro Tag 35’300 Fahrzeuge
unser Dorf Auf den beiden Strassen wurde Staad zwischen Januar und
Dezember von 18 Millionen Fahrzeugen durchquert.
führte der Verkehrsverein erstmals einen Chronikabend durch, der gut an-kam.
So darf die Chronistin hoffen, dass die Chronik des Jahres 2002 nicht
in einer Schublade verstaubt, sondern irgendwann in 10, 20 oder 100 Jah-ren
bei jenem Publikum ein Staunen, Lächeln oder eine ferne Erinnerung
hervorruft und damit ein Stück Zeitseschichte wird
Die Chronistin Esther Büchel

Archiv

2019-03-06T08:30:46+02:00